Die Parenzana ist fast eben — schließlich war sie eine Eisenbahnlinie —, verändert aber unterwegs ihr Gesicht: Asphalt und Küste am Anfang, dann Schotter, Tunnel und Hügel in der zweiten Hälfte. Das erwartet dich, Etappe für Etappe.
Los geht's am Kilometer null in Muggia, dem letzten istrischen Ort in Italien: Der Weg folgt dem Damm des Bachs Ospo, streift Rabuiese und führt in leichtem Anstieg über die Grenze nach Slowenien bei Škofije. Ein Abschnitt durch den Wald führt sanft hinunter nach Dekani mit seinem gut erhaltenen kleinen Bahnhof, dann zwischen Weinbergen und Feldern entlang des Naturschutzgebiets Val Stagnon, bevor Koper erreicht wird.
Das Meer begleitet bis Izola; zwei beleuchtete Tunnel, Saleto und Valeta (der längste der Strecke), führen direkt oberhalb von Portorož vorbei. Von hier aus lohnt sich ein kleiner, aber sehenswerter Abstecher nach Piran, oder man folgt weiter dem Campingplatz und dem Meer bis zu den Salinen von Sicciole.
Nach den Salinen überquert man die slowenisch-kroatische Grenze und steigt mit Blick auf den Golf von Piran zur verlassenen — aber intakten — Station von Salvore an; die Strecke wird zunehmend hügeliger und wechselt zu Schotter. Über Kaldanija erreicht man Buje, die „Wächterin Istriens" auf ihrem Hügel.
Der Untergrund wird durch stille Wälder wieder zu Schotter bis zum Tunnel von San Vito und nach Grožnjan, die Künstlerstadt, die einen Halt wert ist. Nach dem Tunnel von Calcini geht es hinunter ins Tal des Flusses Mirna, mit einem möglichen Abstecher zum Dorf Završje (900 m abseits der Strecke). Zwischen Viadukten und weiteren Tunneln erreicht man die Überreste der Station von Oprtalj (2,8 km Abstecher zum Dorf) und schließlich, bergab, Livade mit seinem perfekt erhaltenen Bahnhof.
Von Motovun, das auf seinem Hügel über dem Tal der Mirna thront, führt die Strecke zurück in den Wald und schenkt einige der schönsten Ausblicke der ganzen Parenzana: auf dem Krvar-Viadukt, auf der Lichtung, wo einst die Station Raccotole stand, und auf dem Sabadin-Viadukt, mit dem Mirna-Tal auf der einen und der Hochebene von Buje auf der anderen Seite. So erreicht man Vižinada zwischen Olivenhainen und Feldern.
Die Strecke verläuft weiter über die rote istrische Erde, leicht bergab zum Meer hin, vorbei am alten Bahnhof von Višnjan. Nach Nova Vas liegen kurz abseits der Strecke die besuchbaren Tropfsteinhöhlen von Baredine. Die letzten Meter führen auf Asphalt bis zur Endstation der Parenzana, wenige Schritte von der Altstadt von Poreč entfernt und wieder direkt am Meer.
Hinweis: Zwischen Livade und Motovun führt die Strecke auf der Straße weiter durch das Tal des Flusses Mirna.
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